Nachricht vom Tennis

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Schroeder
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Nachricht vom Tennis

Beitrag von Schroeder » Di 22. Jan 2019, 17:12

Ich habe mir gerade die Tennisrangliste, Stand 14.01.19 angeschaut. Unter den Top 10 befinden sich acht Spieler im Alter von 30 und darüber. Ok, Nishikori ist 29, dafür Federer 37. Der beste jüngere Spieler ist Michael Zverev, was für sich genommen und namentlich für den Tennissport gesprochen auch eine Aussage ist.

Da stellen sich mir einige Fragen auch in Hinblick auf den Fußball:

Acht von zehn, das ist kein Zufall, das ist eine Nachricht. Eine, die sogar repräsentativ für den gesamten Sport sein könnte. Haben wir in der Spielerausbildung Fehler gemacht und zu sehr auf brave Funktionalität (Spieler-Bots) geachtet? Oder ist das gar ein gesellschaftliches Phänomen, von dem die Älteren hier Vergleichbares auch aus der Arbeitswelt berichten könnten?

Vor allem aber:
1, Was genau ist es, was z.B. einen Raúl, der sicherlich der langsamste Bundesligastürmer seiner Zeit war, letztlich doch besser und gefährlicher machte als die meisten seiner Zunft?
und
2. Was folgt daraus hinsichtlich der Verpflichtung neuer Spieler? MUSS man in seinem Team nicht mindestens einen mit dem Alter und Charakter zum Leitwolf haben? Ist der alleinseligmachende Ansatz vom Wiederverkaufswert möglicherweise auch wirtschaftlich überbewertet?

Das möchte ich gerne mal diskutieren, auch auf dem Hintergrund der Schalker Mannschaft derzeit.

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Opaklaus
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Beitrag von Opaklaus » Mi 23. Jan 2019, 08:40

Ein äußerst interessantes Thema, welches Du hier angesprochen hast. zumal es nicht nur auf
Tennis und andere Sportarten beschränkt ist, sondern auch den Generationswandel allgemein anspricht.
Antworten darauf zu finden, ist nicht ganz einfach und diese mal so eben aus dem Ärmel zu schütteln, wird der Ernsthaftigkeit dieses Themas nicht gerecht.
Ich werde es wahrscheinlich heute trotzdem mal versuchen und weiß jetzt schon, dass ich aufpassen muss, dass aus dem Beitrag kein Buch wird. ;)

Nachtrag: Hat heute nicht geklappt, vielleicht schaffe ich es am Wochenende.
Worte sind schneller gezückt als Waffen. Bei gleicher Wirkung.

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Opaklaus
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Beitrag von Opaklaus » Do 24. Jan 2019, 10:12

Es ist in der Tat sehr schwer, zu diesem Komplex kurz und knapp Stellung zu beziehen. Deshalb verzichte ich völlig auf immer noch vorhandene gesellschaftliche Unterschiede und die damit verbundenen Zugangswege zu diesen unterschiedlichen Sportarten.
Beide Sportarten sind sicher nicht miteinander zu vergleichen. Tennis ist ein Individualsport während Fußball eher in die Kategorien Breiten- und Mannschaftssport fällt.Das sieht man schon eindeutig im Vergleich der Mitgliederzahlen. Während der DFB hier auf stolze mehr als 7 Mio.
kommt, sind im deutschen Tennisbund immerhin 1,4 MIo. Mitglieder organisiert, was mich doch sehr überrascht hat. Der DTB ist in dieser Sportart somit die größte Organisation weltweit.
Dass Zwerev der einzige Jungspund in den Top 10 ist, war mir gar nicht bewusst, Nishikori mit seinen 29 Jahren zähle ich nicht mehr dazu.
Dass die älteren Spieler wie Federer, Nadal und Djokovic immer noch sehr dominant sind, liegt wohl an dem besonderen Ehrgeiz solcher Spieler, denn mit Geldgeilheit hat das wohl nichts mehr zu tun, denn denen geht es mit Sicherheit nicht wirklich schlecht.
Die jungen Sportler drängt es wohl auch eher zum Fußball und da sieht das Verhältnis ja nun doch etwas anders aus.Deutschland gewann z.B. zuletzt mit einer sehr jungen Mannschaft den Confed - Cup, während die mit wesentlich älteren Spielern gespickte Elf bei der WM komplett versagte . Auch unsere U21 hat souverän mit sehr attraktivem Fußball die EM-Quali geschafft.
Auch die NM zeigte zuletzt mit den jüngeren Spielern einen Aufwärtstrend, von daher mache ich mir hier keine großen Sorgen. Allerdings ist aber auch zu beobachten, dass hier die jüngeren sehr häufig andere Interessen in den Vordergrund stellen, nachdem sie gleich mit ihren ersten Profiverträgen mit Geld zugeschüttet werden. Das fällt aber sicher auch unter
die Rubrik gesellschaftliche Unterschiede, auf die ich wie eingangs erwähnt, hier nicht näher eingehen werde.
Zum Thema Leitwolf:
Ja und nein, das muss nicht unbedingt ein älterer Spieler sein, charakterliche Stärke halte ich
allerdings für unbedingt erforderlich. Ich denke, dass ein Lahm, als er erstmals so ein Amt als Mannschaftskapitän übernahm auch noch nicht so alt war und dieses bravourös ausübte.
Führungsspieler müssen sich als solche erweisen um dann auch die notwendige Anerkennung der Mitspieler zu verdienen.
ZUm Abschluss noch mal zu dem von Dir angesprochenen Raul. Als dieser von der Real-Bank
zu uns transferiert wurde war ich hochgradig skeptisch. Al ich dann hörte,, dass sich Real wohl weiter an dessen Gehalt beteiligt, war ich schon etwas beruhigter, den Rest wird ja schon der Trikot-Verkauf einspielen.
Meine Gedanken waren allerdings komplett falsch, denn was dieser Spieler trotz seines Alters noch geleistet hat, war enorm. An ihm haben sich teilweise die Mitspieler aufgerichtet, er hatte Charisma und ich hoffte, dass er nach seiner Karriere das Gesicht Schalkes wird und wertvolle Arbeit im Sponsoring leistet - schade, dass das bei der Hoffnung blieb.
So, das war´s von mir, vielleicht melden sich ja noch andere zu Wort.
Worte sind schneller gezückt als Waffen. Bei gleicher Wirkung.

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Caspar04
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Beitrag von Caspar04 » Sa 8. Jun 2019, 20:22

Kravietz/Mies gewinnen das Doppel bei den french Open.
Geiles Spiel der beiden heute.
ubi bene ibi patria

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