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Soziale Brennpunkte

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johe04
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Soziale Brennpunkte

Beitrag von johe04 » Di 4. Okt 2016, 21:44

Kettwiger-Knappe hat geschrieben: Auch solche Ecken wie die Bochumer Straße in Ückendorf, das war früher
in den 70ern schon keine "Vorzeigeecke" der Stadt, meine Oma wohnte
dort damals in der Seitenstraße Flöz Sonnenschein, aber heute? Das geht
gar nicht mehr.

Bahnhofstraße, da war ich schon einige Jahre nicht mehr, aber ich kenne
die Erlebnisse von Arbeitskollegen/innen, die in diesem Jahr da waren und
das deckt sich genau mit dem, was Du schreibst Sascha.
Zur der Zeit bin ich da zur Schule gegangen.
Sooo schlimm fand ich es da nicht in den 70zigern.
Ein Kumpel wohnte auch im Flöz Sonnenschein - eine Freundin in der Virchow.

Heute erkenne ich das auch nicht wieder, wenn ich "nach Hause" komme. Bochumer geht gar nicht mehr.

Die Gegend um den Stockacker ist OK - Haidekamp - Kettelerstr. und so- das ist eine gute Wohngegend in Ückendorf - noch.
Parken kann man dort allerdings nicht. Beim vorletzten Besuch ist einer mit seinem Schlüssel einmal rund um mein Auto.

Außerdem mag ich die Curry vom Nikolaus Grill. ;)
Zu den guten Zeiten war es aber "Grill an der Bahn" - nicht nur wegen Antje. ;) Scharfe Ecke sowieso - aber ich schweife ab.
Liegt am gelegentlichen Heimweh. ;)
„Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert.“

Veltinsbauch
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Beitrag von Veltinsbauch » Di 4. Okt 2016, 22:14

Ich hatte heute wieder die zweifelhafte Ehre, nach der Arbeit durch die Bahnhofstraße zu gehen. Pommes- Currywurst für 2 Euro. Die Preisgestaltung ist ein guter Indikator dafür, wie arm eine Stadt oder ein Viertel ist.

Ich war bei netto am Bahnhofsvorplatz einkaufen. Wie die Bürger, so der Supermarkt, denke ich mir. Ein unorganisierter Laden, dreckig, der Pfandautomat ist seit Wochen defekt, interessiert keinen. Kaum Deutsche kaufen dort ein, und wenn, dann nur Trinker, die kurz vorm Flattern sind.
Ausländer, die kaum deutsch können und nicht integriert sind. Ein Teil von ihnen tritt respektlos auf, drängelt sich an der Kasse vor und musste von einem deutschen Trinker gemaßregelt werden. Ich habe nichts gegen Ausländer, meine Freundin ist Brasilianerin. Aber in der Gelsenkirchener Innenstadt und in der Nähe des Bahnhofs fühle ich mich fremd.

Armut, Perspektivlosigkeit, Trinker in Jogginghosen, Menschen, denen ich nicht über den Weg traue. Mein Portemonnaie trage ich nur noch in der linken Hosentasche. Früher konnte ich es auch einfach in der Vordertasche des Rucksacks lassen. Ist mir zu gefährlich geworden, nachdem zweimal mein Rucksack geöffnet wurde und ich es erst im Zug gemerkt habe.

Die Lebensqualität in Gelsenkirchen sinkt immer mehr: Gelsenkirchen ist eine tote Stadt. Als mir das ein Taxifahrer vor 8 Jahren sagte, war ich fast beleidigt. Mittlerweile stimme ich ihm uneingeschränkt zu. Man kann kaum abends rausgehen. In den wenigen Kneipen hocken überwiegend alkoholkranke Männer über 50. Für jüngere Menschen gibt es in der Altstadt kaum Freizeitmöglichkeiten.

Die Menschen in meinem alten Stadtteil Bulmke-Hüllen haben kaum Geld. Das sieht man daran, dass dort keine Kneipe mehr exisitiert. Früher konnte man bei Nachbarschulte schön Schalke auf der Leinwand gucken. Seit knapp zehn Jahren steht die Kneipe leer. Die Deutschen haben meist kein Geld für die Kneipe, da genießt man sein Bier lieber daheim.
Und die muslimische Bevölkerung in Bulmke-Hüllen trinkt halt kein Bier. Es ist trostlos geworden. In der Innenstadt wie auch in meinem alten Stadtteil, in dem selbst am Wochenende nach 22 Uhr kein Kiosk mehr geöffnet hat.
FC Schalke 04 I FC Arsenal I Englische Nationalmannschaft

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UFO 04
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Beitrag von UFO 04 » Mi 5. Okt 2016, 01:36

Ich wohne mein ganzes Leben in GE (71 Jahre ), aber was sich in den letzten Jahrzehnten hier tut, ist nicht mehr mein GE.
Ich darf als Deutscher ja noch nichtmal eine Äußerung über eine gewisse Überfremdung fallen lassen.
Ende der 1970er Jahre, hat der damalige Innenminister von NRW Herbert Schnoor die Presse gebeten bei Ausländischen Straftätern doch bitte nicht mehr die Vornamen zu drucken/zeigen ! Damals gab es auch noch eine jährliche Liste , wo die Kriminalität in NRW nach Nationalität aufgelistet wurde.
In meiner Nachbarschaft wohnt ein türkisches Ehepaar. Aber die haben sich voll integriert!!! GROßE KLASSE !!!
Leider die Ausnahme :-(
Meine Posts sind immer nur meine Meinung. Nich die von meine Omma👽

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Alonzo
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Wohnort: Bochum

Beitrag von Alonzo » Mi 5. Okt 2016, 08:41

SO und nicht anders sieht es aus! Und das sage ich als einer der "damit aufgewachsen" ist. (46 Jahre jünger)
Mille heißt nicht Million, sondern tausend!! Danke!

frühaufsteher
Beiträge: 4365

Beitrag von frühaufsteher » Mi 5. Okt 2016, 09:59

Alle haben Recht. Und aus diesem Grunde bin ich auch so sauer, daß ich mir als Gast dieser Stadt, bei dem prall gefülltem Sonntags-Spielplan eine öde Bahnhofstraße antun muß. Freitag oder Samstag gibt es wenigstens noch sowas wie Aktion, Familien, Kaufaktivität. Es gibt wohl kaum etwas langweiligeris, tristeres als ein verregnetes Gelsenkirchen am Sonntag. Wir haben gegen MG noch in der Gruppe gesagt, daß wir das Samstag-Spiel gegen Freiburg zum Feiertag erklären werden. Der Stand-Betreiber mit dem belgischen Glühbier kann sich schon mal drauf freuen und Vorräte ranschaffen.

Einwände? na Ihr werdet an mich denken, wenn die "netten" Monate beginnen...und alles hat geschlossen; da stimmt der kurze Satz 100pro: Gelsenkirchen ist tot :daumenrunter:

Nächste Saison bleibt uns das ja wohl in dieser Ballung erspart.

LOS04
Beiträge: 90

Beitrag von LOS04 » Mi 5. Okt 2016, 11:49

Na diesen Sonntag ging doch in der Stadt die Post ab :thumbs: verkaufsoffen dadurch ein Leben in der City.
Ansonsten habt ihr natürlich recht. Gäbe es nicht Schalke, aber daran möchte ich lieber nicht denken. Die Rückfahrt mit der Tram zum Hbf.
war auch wieder exklusiv. Trotz Heimsieg fährt ein Gewaltpotenzial mit, fast grausig. Ich staune immer wieder was die Scheiben so aushalten. :evil:

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miner
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Beitrag von miner » Mi 5. Okt 2016, 13:04

Ja, ja ,so ist das. und wir müssen alle sterben.
Deckungsschatten gibt es ja gefühlt seit einer Million Jahren (DT)

frühaufsteher
Beiträge: 4365

Beitrag von frühaufsteher » Mi 5. Okt 2016, 15:39

LOS04 hat geschrieben:Na diesen Sonntag ging doch in der Stadt die Post ab :thumbs: verkaufsoffen dadurch ein Leben in der City.
jeder Kneipier betonte ja auch bei Frage nach den Öffnungs/Schließzeiten: "heute ist für uns Samstag!"So viele Tage der Einheit kommen aber nicht mehr nach dieses Jahr ...

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Marcel
Beiträge: 527

Beitrag von Marcel » Mi 5. Okt 2016, 20:46

Das Gewalt- und Drohpotenzial ist total zum kotzen in GE (vermutlich auch woanders im Ruhrgebiet). Ich habe schon so viel erlebt hier. Da fährt mir ein Fahrradfahrer ohne zu gucken aus ner Seitenstraße vors Auto. Ich brenns ab und Hupe (dank mir kann der junge Mann vermutlich noch laufen). Statt per Handzeichen "Sorry" oder so zu signalisieren droht der Typ mir Prügel an und beleidigt mich :D (kein Kontakt dank meiner Katzenreaktion)

Oder ich laufe eigentlich fröhlich durch die Welt. Grinsen aufe Backen. Nett guckend. Hallo & Guten Tag zu jedem Verkäufer etc. etc. dann schau ich um mich herum und die Mehrzahl der Leute guckt als würden die einen gleich totschlagen wollen. Aggressivität überall. Jede Kleinigkeit kurz vor der Eskalation. Dementsprächend ist man in Geschäften und Ämtern eher erstmal mit einem ebenso gereizten & aggressiven Personal konfrontiert, weil die jeden Tag das Klientel bedienen müssen. Meine Frau hat lange hier in GE gearbeitet. Front-Office Kundenkontakt. Unglaublich ihre Tagesberichte am Abend.

Klar ist das pauschalisierend und ich tue vielen vielen GE'lern Unrecht. Aber ich möchte mit dem Gros der Anwohner dieser Stadt nicht mehr zusammenleben. Habe zwischenzeitlich berufsbedingt in Dinslaken gewohnt. Wie in einem anderen Universum. Nette Leute auf den Straßen. Beamte beim Finanz- und Arbeitsamt zuvorkommend, nett , bieten einem aufem Flur Kuchen an etc. etc.

Bin froh wenn ich hier wieder weg bin :)

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frahe04
Beiträge: 587
Wohnort: Tor zum Münsterland, Brücke zum Ruhrgebiet

Beitrag von frahe04 » Mi 5. Okt 2016, 21:13

Marcel hat geschrieben: Habe zwischenzeitlich berufsbedingt in Dinslaken gewohnt. Wie in einem anderen Universum. Nette Leute auf den Straßen. Beamte beim Finanz- und Arbeitsamt zuvorkommend, nett , bieten einem aufem Flur Kuchen an etc. etc.

Bin froh wenn ich hier wieder weg bin :)

Ich sach nur Lohberger Brigarde ;)
Wer königsblau im Herzen trägt, sieht niemals schwarz!

Veltinsbauch
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Beitrag von Veltinsbauch » Mi 5. Okt 2016, 21:20

Das kann ich alles unterschreiben! War im Sommer beim Einwohnermeldeamt und wurde auch schroff behandelt. Wie der letzte Arsch kam ich mir vor.
Liegt wohl daran, dass das Personal total gereizt ist von der Mehrheit der Leute, die dort auftauchen.
Die normalen Leute kann man im Bahnhofsumfeld in GE wirklich ohne große Mühe zählen. Die nehmen ihren Zug und sind schnell weg, weil es dermaßen unattraktiv im und am Bahnhof ist. Da treiben sich Leute rum, die gar nicht vorhaben, eine Straßenbahn oder einen Zug zu nehmen. Manche Leute haben sich so aufgegeben, dass sie es nicht mal für nötig halten, sich regelmäßig zu waschen. So paradox das klingen mag.


In dem runtergekommenen netto-Supermarkt am HBF GE haben sie jetzt sogar einen Security-Typen. In einem Discounter :vogel:

"Schön" finde ich auch die tägliche Durchsage am Essener Hbf, dass wieder Trickdiebe im Bahnhof unterwegs seien. Die Durchsage höre ich wirklich täglich in dem kleinen Zeitfenster von 2x 10 Minuten, in denen ich mich im Bahnhof aufhalte. Diese Durchsage gab es vor 2 Jahren noch nicht...
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der_Blender
Beiträge: 1508

Beitrag von der_Blender » Mi 5. Okt 2016, 21:52

Bei mir sind 2 Kollegen am WEE gestorben! :-(
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Geis-Bentaleb
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Netsmurf
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Beitrag von Netsmurf » Mi 5. Okt 2016, 23:34

Veltinsbauch hat geschrieben: "Schön" finde ich auch die tägliche Durchsage am Essener Hbf, dass wieder Trickdiebe im Bahnhof unterwegs seien.
Die Durchsage habe ich in Essen noch nicht gehört. Aus Hannover und Köln kenne ich die allgemeine Ansage, das man sein Gepäck nicht unbeaufsichtigt stehen lassen soll. Die Ansage gibt es aber schon ewig und drei Tage.

Die Entwicklung aus Gelsenkirchen läßt sich aber auch in und an anderen Städten beobachten. Wobei Gelsenkirchen da schon strange ist. Ich komme selber aus Bismarck, hab bis Ende der 90er noch sehr intensiv Verwandte in Bulmke-Hüllen und Bismarck besucht. Einige Ecken sind richtig uselig geworden. Wenn ich mir die Bismarckstrasse anschaue, dann kann ich jeden verstehen, der da weg zieht.
Und Ückendorf kenne ich nur aus Erzählungen, ich glaub das will ich mir dann gar nicht mehr ansehen.

Schade, aber auch Städte wie Frankfurt und Bielefeld, da habe ich Vergleichsmöglichkeiten weil ich da auch gewohnt habe, entwickeln sich nicht mehr positiv. Mehr Einwohner, mehr Wirtschaftskraft - trotzdem immer mehr Problemviertel und Bettler in der City.

Den Strukturwandel hat GE leider nie hinbekommen, das war dann doch wohl zuviel rund um die Kohle. Und die demographische Entwicklung gibt der Stadt gerade noch den Rest.

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Alonzo
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Wohnort: Bochum

Beitrag von Alonzo » Do 6. Okt 2016, 08:02

Veltinsbauch hat geschrieben: Da treiben sich Leute rum, die gar nicht vorhaben, eine Straßenbahn oder einen Zug zu nehmen.
Das kenne ich gar nicht anders von größeren Bahnhöfen. Extrem krass finde ich Duisburg und Düsseldorf. Da kann man fast alles kaufen am Bahnhof. Bzw. "kriegen".
Mille heißt nicht Million, sondern tausend!! Danke!

frühaufsteher
Beiträge: 4365

Beitrag von frühaufsteher » Do 6. Okt 2016, 10:10

Alonzo hat geschrieben:
Das kenne ich gar nicht anders von größeren Bahnhöfen. Extrem krass finde ich Duisburg und Düsseldorf. Da kann man fast alles kaufen am Bahnhof. Bzw. "kriegen".
Da wir uns kurz vor "Zuhause, oho sing..zuhause, ohohoho ;) " in Duisburg am Hinterausgang nochmal mit Bier versorgen, kann ich das nur bestätigen. Schwierig wird es nur, wenn eine deutsche !!"Lady" irgendwo undefinierbar angesiedelt zwischen 40 und 70 erlebte Sommer und Winter sich für 2 Euro anbietet, mir/uns einen zu b....Alles schon dagewesen. Aber wir Schalker sind ja gestählt in der Stadt der Tausend Feuer. :lol:

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