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Soziale Brennpunkte

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Gollum
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Soziale Brennpunkte

Beitrag von Gollum » Di 21. Nov 2017, 09:23

Meines Wissens hat der damalige OB Werner Kuhlmann verhindert, dass wir eine Spielbank bekommen haben (wäre wohl nach Schloss Berge gekommen). Die hat sich dann in Hohensyburg angesiedelt.
Ironie ist die letzte Phase der Enttäuschung.

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Jubelperser
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Beitrag von Jubelperser » Mo 4. Dez 2017, 17:42

Gollum hat geschrieben:
Di 21. Nov 2017, 09:23
Meines Wissens hat der damalige OB Werner Kuhlmann verhindert, dass wir eine Spielbank bekommen haben (wäre wohl nach Schloss Berge gekommen). Die hat sich dann in Hohensyburg angesiedelt.
Die Liste dessen, was SPD-Oberbürgermeister von Gelsenkirchen seit den 1950er Jahren verhindert haben, ist lang. Ganz kurz dagegen ist die Liste mit den Ansiedlungen, die man als gelungen bezeichnen könnte.

Als alter Gelsenkirchener, der jeden Tag mit dieser Stadt und auch Stadtverwaltung zu tun hat, kann ich nur sagen, dass lediglich die Arena auf Schalke das letzte wirklich Bemerkenswerte aus Gelsenkirchen ist. Man müsste jetzt schon bis in die 1960er Jahr zurückblicken, wo die Entwicklung des Berger Feldes mit dem damaligen Parkstadion man mit zwei zugedrückten Augen auch noch als Erfolg werten könnte. Aber dann wird es schon ganz dünn. Und das ist nur denkbar vor dem Hintergrund, dass sich die Genossen immer - und bis heute (noch) - sicher sind, dass sie immer und immer wieder alle wichtigen Positionen in der Stadtverwaltung mit ihren Brüdern und Schwestern im Geiste besetzen und damit die eigenen Leute auch versorgen können. Bis auf eine ganz kurze Zeit eines kleinen "Machtwechsels" ging das in Gelsenkirchen immer gut für die Genossen.

Leider ist es nun so, dass bei der nächsten Kommunalwahl nicht die CDU die größte Gefahr für die glückseligen SPD-Zustände Gelsenkirchens auslösen kann, sondern wahrscheinlich eine AfD, die ausgerechnet in Gelsenkirchen das für sie beste Wahlergebnis aller westdeutschen Städte hereinholte. Und das hat Ursachen, die aber ihre Wurzeln bereits vor mehr als 50 Jahren entwickeln konnten. Im Wahlkreis 123 (also Gelsenkirchen) kam die SPD nur noch auf 33,5 %. Das waren in der Vergangenheit auch schon mal 65 % (nur Duisburg ist eine vergleichbare SPD-Hochburg), aber die AfD kam bei der BTW schon auf 17 %.

Wer da immer noch keinen Zusammenhang zwischen der höchsten Arbeitslosigkeit in einer westdeutschen Großstadt, verbunden mit der größten bundesdeutschen Kinderarmut, dem größten Wohnungsleerstand (über 10.000 leere Wohnungen) und dem bundesweit niedrigsten Einkommen erkennt, der will nichts sehen. Auch die niedrigsten Grundstückspreise für eine Großstadt in Deutschland sind ein Beleg dafür, dass die Stadt heruntergewirtschaftet wurde, und zwar seit mehr als 50 Jahren. Dabei war Gelsenkirchen noch eine der 10 reichsten Städte Deutschlands. Ist lange, lange her.

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Alonzo
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Beitrag von Alonzo » Di 15. Mai 2018, 20:39

Neues aus der Nordstadt

Ich war heute zum ersten mal in meinem Leben in der Dortmunder Nordstadt rund um den Nordmarkt.
Es ist alles noch viel schlimmer als ich dachte. Ich dachte mit Krefelder, Essener oder Bochumer Problemecken wäre das Versagen der Politik deutlich zu sehen gewesen...aber es geht noch krasser.
Wir waren um 09:30 Uhr auf dem Nordmarkt. Eine stichpunktartige Beschreibung was man da (und im gesamten Quartier) so sehen kann um diese Uhrzeit:
- Alkoholiker und Junkies in extrem hoher Anzahl (die Essener Hbf-Szene ist ein schlechter Scherz dagegen)
- Dealer
- Polizeieinsätze
- alle 50 Meter Luxusautos in zweiter Reihe parkend (wenigstens Warnblink ;) )
- Drogenspritzen und Kondome auf Spielplätzen und Grünflächen
- normalerweise auch einen Arbeiterstrich und einen klassischen Strich (war für beides aber wohl die falsche Uhrzeit keine Ahnung)
- Schulgebäude die an die dritte Welt erinnern
- man wird angepöbelt (vornehmlich die Frauen) und teilweise umstellt und gemustert
- "Clans"/Großfamilien die Straßen mit ihren Karren regelrecht blockieren und währenddessen genüsslich zusammen Tee trinken
- überall Müll auf den Straßen, Gehwegen und Grünflächen (vergleichbar mit Gehwegen an Neujahr oder kurz nachdem der Karnevalszug durchzog)
- ein Ordnungsamt vor dem offen gedealt wird (keine Ahnung ob das Strategie ist)
- die Spielplätze sind immer direkt daneben, da spielen kleine Kinder und 10 Meter weiter liegen Alkoholiker in ihrer Kotze

Alles in allem war selbst ich, als Kritiker und Mahner, über dieses Ausmaß überrascht. Vor allem weil es eben nicht nur "eine Ecke" hinterm Hauptbahnhof oder so war, wie es in jeder Großstadt üblich ist, sondern der gesamte Stadtteil. No-go-Area at its finest. Ich möchte nicht wissen was da um 17 Uhr oder nachts abgeht.

Nach 2 Stunden (war ein Forschungsprojekt und wir waren in einer Gruppe da) sind wir dann endlich da abgehauen :thumbs:
Ich kann nur jedem raten da mal hin zu fahren und dann noch mal in sich zu gehen :)
Mille heißt nicht Million, sondern tausend!! Danke!

Veltinsbauch
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Beitrag von Veltinsbauch » Mo 21. Mai 2018, 21:36

Ich war auch im September 2016 im Zuge eines Islam - Seminars der Ruhr - Universität in der Nordstadt.

Am Nordmarkt war es extrem. Mittags um 12h Leute schon rotzbesoffen. Der Netto direkt gegenüber dieses Marktes dient wohl nur zur Alk - Beschaffung.

Vor der Suppenküche ein paar Meter weiter total verarmte Menschen gesehen.
Ich habe grundsätzlich noch nie so eine Armut auf deutschem Boden gesehen.

Menschen total auf Drogen, die nicht mehr wissen, was los ist.
In den Schaufenstern der Läden Burka und Kopftuch.

Dort in der Nordstadt soll man ohne Probleme harte Drogen bekommen können. Krass, dass sowas in Deutschland möglich ist. Ich war auch froh, als ich wieder im Zug saß.

Sascha Lewandowski, der ehemalige Buli - Trainer, hat sich in der Nordstadt vor seinem Suizid ja auch am Dortmunder Kinderstrich bedient. Sehr sehr schmuddelig! Die Landesregierung sollte da mal ganz ganz hart durchgreifen!!!
FC Schalke 04 I FC Arsenal I Englische Nationalmannschaft

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Jubelperser
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Beitrag von Jubelperser » Di 22. Mai 2018, 13:20

Veltinsbauch hat geschrieben:
Mo 21. Mai 2018, 21:36
Dort in der Nordstadt soll man ohne Probleme harte Drogen bekommen können. Krass, dass sowas in Deutschland möglich ist.
Komm mal nach Berlin, da gibt es das alles nicht nur an einer Stelle, sondern unter einer Art Polizeischutz gleich an mehreren Ecken.

Es hat schon immer Problemzonen in den Großstädte gegeben. Ich möchte nicht wissen, was in den arabisch geführten Geschäften hinter dem Hauptbahnhof alles so zu kaufen gibt. Und selbst die Bayern kriegen das nicht in den Griff, wie dann eine Polizei aus NRW, die jahrelang einen Justizminister hatte, der vollkommen ungeeignet, aber mit dem richtigen Parteibuch ausgestattet war. Ist aber nicht der einzige Grund. Es gibt seit Jahrzehnten ein Organisationsversagen aus Verwaltung und Justiz. ist ein Erbe der 68er Generation.

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