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Soziale Brennpunkte

News, Aktuelles, Leben und Kultur rund um Gelsenkirchen
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Nastasić
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Soziale Brennpunkte

Beitrag von Nastasić » Sa 8. Okt 2016, 12:09

sc1992 hat geschrieben:Hallo,
was sagt ihr dazu, dass die Stadt Gelsenkirchen 50 Millionen Euro in den Bezirk Ückendorf investieren will ?
Die wollen die leeren Häuser sanieren bzw. abreißen. Ich persönlich finde Ückendorf ist ein Beizirk, den man eher vermeiden soll
Sagt wer? Woher exakt nimmst du dieses Wissen? Aus der WAZ? :roll:
„Ich möchte keinem Club angehören, der mich als Mitglied aufnehmen würde!“

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frahe04
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Beitrag von frahe04 » Sa 8. Okt 2016, 12:38

Vor gut zwei Monaten gab es einmal diesen sehr lesenswerten Artikel in der Zeit über GElsenkirchen:

http://www.zeit.de/2016/31/gelsenkirche ... zialbetrug
Wer königsblau im Herzen trägt, sieht niemals schwarz!

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miner
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Beitrag von miner » Sa 8. Okt 2016, 22:34

frahe04 hat geschrieben:Vor gut zwei Monaten gab es einmal diesen sehr lesenswerten Artikel in der Zeit über GElsenkirchen:

http://www.zeit.de/2016/31/gelsenkirche ... zialbetrug
aha,aus der gepflegten Stadt Aachenist der Herr Lehrer freiwillig ins verwilderte Gelsenkirchen .
Das ist nicht lesenswert, das ist gehobener Prolljournalismus.
Deckungsschatten gibt es ja gefühlt seit einer Million Jahren (DT)

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UFO 04
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Beitrag von UFO 04 » Sa 8. Okt 2016, 22:56

miner hat geschrieben:
frahe04 hat geschrieben:Vor gut zwei Monaten gab es einmal diesen sehr lesenswerten Artikel in der Zeit über GElsenkirchen:

http://www.zeit.de/2016/31/gelsenkirche ... zialbetrug
aha,aus der gepflegten Stadt Aachenist der Herr Lehrer freiwillig ins verwilderte Gelsenkirchen .
Das ist nicht lesenswert, das ist gehobener Prolljournalismus.
Ist aber leider so, dass der Lehrer recht hat.
Prolljournalismus ? PENG !!!
Meine Posts sind immer nur meine Meinung. Nich die von meine Omma👽

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miner
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Beitrag von miner » Sa 8. Okt 2016, 23:25

UFO 04 hat geschrieben:
miner hat geschrieben:
frahe04 hat geschrieben:Vor gut zwei Monaten gab es einmal diesen sehr lesenswerten Artikel in der Zeit über GElsenkirchen:

http://www.zeit.de/2016/31/gelsenkirche ... zialbetrug
aha,aus der gepflegten Stadt Aachenist der Herr Lehrer freiwillig ins verwilderte Gelsenkirchen .
Das ist nicht lesenswert, das ist gehobener Prolljournalismus.
Ist aber leider so, dass der Lehrer recht hat.
Prolljournalismus ? PENG !!!
Bingo
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Jubelperser
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Beitrag von Jubelperser » Mi 25. Jan 2017, 18:37

Obwohl hier schon seit längerer Zeit die Diskussion eingeschlafen ist, würde ich sie gerne wiederbeleben.

Ich habe mir zunächst alle Beiträge durchgelesen, die es in diesem Thread gibt. Die meisten Zustandsbeschreibungen kann ich nur bestätigen. Aber eine Ursachenbetrachtung fand ich nicht.

Gelsenkirchen gehörte mal Anfang der 1960er Jahre zu den 10 reichsten Städten Deutschlands. Und als es mit der Kohle bergab ging, der Liter Heizöl 8 Pfennige kostete und alle Häuserfassaden eher schwarz als hell waren, erlaubte sich die damalige Stadtverwaltung sogar, das Angebot der Ansiedlung eines Opel-Werkes abzulehnen. So kam es nach Bochum, obwohl es keine Stelle im gesamten Ruhrgebiet gibt, die straßenverkehrsmäßig besser angebunden ist als eben Gelsenkirchen.

Es gibt keine wichtige ICE-Verbindung nach Gelsenkirchen, was natürlich auch mit der geografischen Lage der Stadt zusammenhängt. Gelsenkirchen hatte mal einen der größten Binnenhäfen Deutschlands, ist aber inzwischen unter "ferner liefen" mit seinen 1,2 Mio. Tonnen Schiffsumschlag zu finden. Also ungefähr auf der Höhe mit Stuttgart (1,1 Mio. Tonnen) oder Trier, wobei ich gar nicht wusste, dass es in Stuttgart überhaupt Binnenschifffahrt gibt.

Die Frage ist: Wer ist für den Niedergang dieser Stadt verantwortlich? Gelsenkirchen ist immer nur dann ganz vorne zu finden, wenn man die Liste der hundert attraktivsten Städte, der mit den wenigsten Arbeitslosen, der mit der geringsten Kinderarmut, der mit dem besten Wohnumfeld, der mit dem geringsten Wohnungsleerstand usw. usw. einfach auf den Kopf stellt. Dann wird Gelsenkirchen eigentlich nur noch durch Chemnitz ganz gelegentlich getoppt. Gäbe es den FC Schalke 04 nicht in Gelsenkirchen, wäre die Stadt so unbedeutend wie Gladbeck oder Bottrop. Oder noch bedeutungsloser.

Gelsenkirchen wird - wie Duisburg - fast ununterbrochen seit dem 2. Weltkrieg von der SPD regiert, meist mit mehr als ausreichender absoluter Mehrheit. Da kommen, wie auch in Bayern, wo es das Pendant durch die CSU gibt, halt alle möglichen Dinge zusammen. Die Stadt betrachtet sich als Privatvermögen der Partei, besetzt alle möglichen Stellen nur mit Genossen und man wird auch nichts, wenn man kein Parteimitglied ist. Das weiss jeder, das kennt jeder, aber man ändert nichts daran. Ich erinnere nur an den Stadtkämmerer aus Gelsenkirchen, der nach Essen ging. Jetzt ist Essen schuldenfrei.

Seit meiner frühesten Kindheit habe ich miterleben müssen, was alles so in Gelsenkirchen möglich ist. Zwar ist Afrika überall, warum nicht auch in Gelsenkirchen, aber in dieser Stadt ist es besonders schlimm. Daher wird hier auch keine Besserung zu erwarten sein, denn es gibt kein Bürgertum in der Stadt, das jemals Aussicht darauf haben wird, irgendwelche Mehrheiten zu erreichen.

Schon lange fordert die SPD kein kommunales Wahlrecht für Ausländer mehr, obwohl es doch in den 70er Jahren noch so aussah, als würde sich die Welt nicht weiterdrehen, wenn nicht endlich das Wahlrecht für Ausländer kommt. Heute weiss man: Da bleiben wir doch besser unter uns, nachher müssen wir noch Posten an Ausländer abtreten, die sowieso schon so knapp sind.

Gelsenkirchen ist ein Selbstbedienungsladen der Genossen geworden, nicht gestern, nicht vorgestern, sondern schon vor mehr als 50 Jahren. Als ich Gelsenkirchen, hier geboren, verließ, hatte die Stadt noch mehr als 350.000 Einwohner. Und schon da war es eine sterbende Stadt, die niemals ein Konzept fand, sich vom Tod des Goldesels Montanindustrie (es gab ja nicht nur Kohle, sondern auch Gußstahlwerke, Mineralölindustrie usw.) zu erholen. Seither gehen der "Stadt der tausend Feuer" jedes Jahr immer mehr dieser Lichter aus, bis es hier ganz dunkel wird. Das, was in Gelsenkirchen noch wirklich leuchtet, ist unser Verein, sonst nichts. Was ist heute Seppelfricke, wo ist die Bekleidungsindustrie hingewandert, wo sind die ehemals vielen gesunden Geschäfte geblieben, die es in Gelsenkirchen gab, angefangen bei Overbeck & Weller, Haus der Dame, die WEKA usw.

Von diesem Elend kriegt man in Buer, also dem westfälischen Teil von Gelsenkirchen, nicht wirklich was mit. Buer ist das Essen-Süd dieser Stadt. Sobald man von Buer über den Kanal Richtung Schalke kommt, ist das Elend überall sichtbar. Und die Stadtverwaltung hatte nie einen Plan, daran was zu ändern. Daran änderte auch nichts die Einpflanzung von Landesbehörden oder Hochschuleinrichtungen irgendetwas, es linderte vielleicht nur geringfügig die Symptome.

Aus familiären Gründen komme ich noch alle paar Wochen, auch anlässlich einiger Spiele, nach Gelsenkirchen. Da sieht man alles wie im Zeitraffer, und somit auch ziemlich deutlich den Niedergang. Der Verfall ganzer Gegenden ist unbeschreiblich, angefangen vom Umfeld der Bahnhofstraße. Nur frage ich mich, warum dagegen nicht wenigstens was von diesen ganzen City-Initiativen unternommen wird?

Alles, außer Buer und was sonst noch so im Norden der Stadt angesiedelt ist, verkommt ständig mehr. Aber ändern wird sich das nicht, da kann das Land noch so viel Geld in Programme stecken. Da hilft kein Reparieren mehr, da muss eine neue Kultur bei der Stadtverwaltung Einzug halten. Und das wird nicht passieren. Läuft doch viel zu gut für diejenigen, die im Rettungsboot Stadtverwaltung sitzen.

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miner
Beiträge: 1449

Beitrag von miner » Mi 25. Jan 2017, 22:20

Jubelperser

Dein Bericht ist erschütternd, so mag man sich den Osten vor 30 Jahren gar nicht vorgestellt haben.
Wie wäre es mit einem Aufbau West Programm?
Es muss ja kein Bürgersteig aus Marmor sein, so wie drüben.
Deckungsschatten gibt es ja gefühlt seit einer Million Jahren (DT)

frühaufsteher
Beiträge: 4365

Beitrag von frühaufsteher » Do 26. Jan 2017, 10:02

@ Jubelperser
ein beeindruckender, erschütternder Bericht. Bin ich froh, daß ich meinem Sohn vor mehr als 10 Jahren den Wunsch ausreden konnte, unbedingt nach GE ziehen zu wollen.

danke nochmal für die bittere Wahrheit.

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Netsmurf
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Beitrag von Netsmurf » Mo 30. Jan 2017, 23:30

Zu Teilen bin ich ja Deiner Meinung Jubelperser, aber das es nur an den SPD Granden liegt, geht mir eine Spur zu weit. Und das sage ich als Angehöriger des politischen Mitbewerbs.
Die Rahmenbedingungen für die Industrie sind in NRW im Vergleich zu fast allen anderen Bundesländern überhaupt nicht mehr attraktiv. Das betrifft auch andere Regionen, nicht umsonst geht Haribo aus dem Bonner Umland nach Rheinland Pfalz. Das kann man nicht den jeweiligen Lokalpatriarchaten alleine vorwerfen.
Das Kohle und Stahl schwer zu ersetzen sind, ist in einigen Städte in NRW zu beobachten. Guck Dir Wuppertal an, denen dürfte es monetär noch schlechter als GE gehen.
Als Kohle und Stahl noch da war, hat man in GE von dem Oberzentrum geträumt, sich eine U-Bahn, die Hochstrasse, neues Rathaus.....gegönnt. Da waren visionäre Stadtväter am Ruder, die GE modernisieren wollten. Man wollte sogar die Uni haben, schließlich war man auf dem Weg zum 400.000 Einwohner. Auf dem halben Weg ging der Stadt durch den Strukturwandel das Geld aus.
Es wurde sich zulange auf den Erhalt der Kohle und Montanindustrie verlassen. Das ältere Semester wird sich an die Streiks noch erinnern können. Der Strukturwandel wurde erst begleitet, als das Thema schon fast erledigt war.
Heute versucht man wieder mit einigen Maßnahmen Stadtviertel zu revitalisieren, aber das wird ein sehr langer Prozess, der zudem noch durch die demografische Entwicklung komplett torpediert wird.
Wenn ich mir heute die Bismarckstrasse angucke, und mit meinen Erinnerungen aus der Kindheit vergleiche, dann schauderts mich.
Und solange man in GE mehr Auspendler als Einpendler hat, werden auch immer mehr Einwohner wegziehen. Ein Abwärtsstrudel, dem man zumindest in NRW nicht mehr mit Ansiedlung von Industrie wird begegnen können.
Schalke ist da sogar noch ein Leuchtturm, der mit seiner Strahlkraft vielleicht dazu beitragen kann, das sich wenigstens etwas bewegt. Aber hinter dem Kanal ist die Welt auch noch in Ordnung....

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Alonzo
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Beitrag von Alonzo » Di 31. Jan 2017, 11:08

Ja gut, aber das Ende der Kohle war vorhersehbar und der Peak liegt nun auch schon 60 Jahre zurück. Was hat die Politik seit dem gemacht? Geschlafen?
Mille heißt nicht Million, sondern tausend!! Danke!

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Netsmurf
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Beitrag von Netsmurf » Mi 1. Feb 2017, 00:07

Ja, auch die Politik hat geschlafen. Aber nicht nur die Lokalpolitik, auch die Landespolitik und auch die Unternehmen.
Klassische Beispiel dafür sind die Dortmunder Brauereien, die damals das Pils belächelt haben und weiter Ihr Export gebraut haben.
Die Arbeitsplätze sind jetzt im Sauerland und woanders zu finden....
Das war ein Zusammenspiel von allem, und wach geworden ist man erst in den letzten Jahren, und stellt fest, das man den Wandel
monetär gar nicht mehr begleiten kann.

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UFO 04
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Beitrag von UFO 04 » Mi 1. Feb 2017, 00:34

Das sind doch keine sozialen Brennpunkte. Diesen Arbeitsplatz-Abbau haben wir seit Jahrzehnten und es war nicht so schlimm wie Heute.
Das liegt an etwas Anderem. Aber das ist in Deutschland ein Tabuthema .
Meine Posts sind immer nur meine Meinung. Nich die von meine Omma👽

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Netsmurf
Beiträge: 24
Wohnort: Bielefeld

Beitrag von Netsmurf » Mi 1. Feb 2017, 00:39

Die Abwanderung der Mittelschicht durch den Wegfall der Arbeitsplätze schlägt sich nicht auf die sozialen Strukturen eines Stadtteils durch?
Diese sozialen Brennpunkte gibt es schon seit den 80er Jahren.
Konkretisiere doch mal was Du meinst meinst?

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Kettwiger-Knappe
Beiträge: 46
Wohnort: Essen-Kettwig

Beitrag von Kettwiger-Knappe » Mi 1. Feb 2017, 20:31

​Dem Post vom Jubelperser ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen.

Ohne sein Aushängeschild FC Schalke 04 wäre die Stadt Gelsenkirchen
inzwischen in der Tat unbedeutend. Wie schon beschrieben, taucht GE nur noch in Negativstatistiken ganz oben auf: Arbeitslosigkeit, Kinderarmut, Wohnumfeld, Wohnungsleerstand usw.! Ich finde das traurig und sehr bitter meine Heimatstadt so vergammeln zu sehen.

Das ganze soziale Leben (Stichwort Freizeitmöglichkeiten, Gastronomie etc.)
ist in GE zumindest seit 15-20 Jahren rasant abgewirtschaftet worden, Restaurants, Kneipen, Cafés schließen nach und nach über die Jahre. Ein gutes Beispiel ist auch die Einkaufsstraße, die Bahnhofstraße. Vor Jahrzehnten eine gute „Adresse“ zum Einkaufen und heute? Nichts ist mehr davon übrig, außer Handyläden und 1Euro Schrottgeschäfte.

Buer war und ist (noch) die Ausnahme, wobei ich es persönlich auch nur noch
für eine Frage der Zeit halte, bis auch Buer über die Jahre auf ähnliche Zustände zusteuern wird, wie im mittleren und südlichen Teil der Stadt, da die Mieten in Buer gemäß aktuellem Mietspiegel auch nur unwesentlich höher sind als im Rest der Stadt. (Beginnend bei Schalke-Nord mit 4,70 Euro pro qm bis hin zu Buer mit 5,83 Euro pro qm). Ich würde mir wünschen, dass wenigstens Buer bliebt wie es ist, nur fehlt mir der Glaube daran…

@ Jubelperser
Essen ist schuldenfrei? Das erste Haushaltsplus seit 25 Jahren heißt nicht
gleich „schuldenfrei“! Gemäß einem Bericht aus der Tagesschau im August 2016 könnte Essen im Jahr 2021 mit einem dann vermeintlichen Überschuss von 100 Millionen Euro langsam damit beginnen, den 3,7 Milliarden(!) Euro Schuldenberg abzubauen…. Schuldenfrei ist die Stadt Essen noch lange nicht….

Aber zurück zum Thema:
Nur die SPD-Herrschaft allein dafür verantwortlich zu machen, dass in der Stadt
inzwischen solche Zustände herrschen ist mir persönlich zu einfach. Da spielen mehrere Komponenten rein, u.a. die ehemaligen großen Arbeitgeber der Stadt. Die sind entweder kaputt oder so klein geworden, dass sie heute unbedeutend sind, Stichwort die ehemalige Zechen, Eisen & Metall, Schalker Eisenhütte, Seppelfricke, Küppersbusch usw.! Zig tausende Arbeitslose, Strukturwandel, Armut, das ist das heutige Gelsenkirchen (zum Großteil).

Ich gehörte auch zu denen, die in GE geboren, aufgewachsen und über Jahrzehnte gewohnt haben, aber irgendwann ihr Geld anderswo in der Nachbarschaft verdient haben. Man merkte auch über die Jahre, dass die Lebensqualität in gewissen Ecken anderer Städte deutlich besser ist, als in der eigenen Heimatstadt.

Das ist u.a. einer der Gründe, weswegen ich meine Heimatstadt schon vor 14
Jahren verlassen habe. Wenn ich die Zustände in GE heute sehe, speziell meinem Heimatortsteil Bismarck, war es richtig damals GE zu verlassen.

Wie Jubelperser schon gepostet hat, in der Stadt wird nichts mehr „repariert“ werden können. Die „Flucht des Mittelstandes aus der Stadt“, die Armut, die Perspektivlosigkeit und die seit Jahren stetig steigende (Armuts)Migration geben der Stadt und ihrem Ansehen den Rest. Aber wenn die Stadt mit dem Slogan wirbt „In GE ist Platz für jeden“, dann muss man sich nicht wundern, wenn das „wörtlich“ genommen wird und man womöglich bald Marxloher Verhältnisse hat.
Zuletzt geändert von Kettwiger-Knappe am Do 2. Feb 2017, 11:24, insgesamt 1-mal geändert.
Ich habe Lachanophobie und das ist gut so! ;-)

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Alonzo
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Beitrag von Alonzo » Do 2. Feb 2017, 08:16

Selbstverständlich ist die Politik Schuld. Ich hab keine Ahnung ob die SPD "seit immer" an der Macht in GE ist, aber Fakt ist, dass die Firmen nicht über Nacht klein geworden sind und das die Ruhrgebietsstädte Jahrzehntelang "am Tropf" sämtlicher Subventionsprogramme hingen (hängen). Anstatt sinnvoller Umstrukturierungsmaßnahmen hat man damit aber nur Löcher gestopft oder es "verbraten" und nun hängt man so tief im Sumpf fest, dass es fast unmöglich geworden ist noch irgendwas zu retten. Ein ähnliches Phänomen gibt es in Krefeld. Da hat man sich auch seit dem 2. WK bis in die 80er-90er durchfüttern lassen und auf Kosten des "Alten Vermögens" (Ja, Krefeld war mal sehr sehr wohlhabend) ausgeruht. Und dann als es drauf an kam, hat man es geschafft durch haarsträubende politische Entscheidungen und 0,0 Kompetenz im Umgang mit Unternehmen, dass z.B. Granini oder AZ-Gemüse vom Niederrhein in die Nachbargemeinden abgewandert sind. Mittlerweile sehen einige Viertel in Krefeld schlimmer aus als in Duisburg (Und das will was heißen :lol: ).
Das soll übrigens kein SPD-Bashing sein, in Krefeld hat es immer wieder zwischen SPD und CDU gewechselt, die waren beide gleich unfähig.
Ohne Uerdingen, mit dem Bayer Werk und Siemens, wären in KR schon längst die Lichter aus. Leider hat Uerdingen selbst nichts davon sondern muss schön alles in die Stadtmitte abdrücken, wo es dann Jahr für Jahr fachgerecht in Scheiße umgewandelt wird.
Mille heißt nicht Million, sondern tausend!! Danke!

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